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Ukraine-Krieg im Newsblog | Russland stiehlt Weizen in Milliarden-Wert

vor 2 Monate 10
Tag 284 seit Kriegsbeginn: Die Zustimmung der Russen zum Krieg schwindet. US-Geheimdienste erwarten neue russische Offensive. Alle Infos im Newsblog.Russland stiehlt der Ukraine Weizen in Milliarden-Wert12.17 Uhr: Russland hat nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa in diesem Jahr wohl Weizen im Wert von rund einer Milliarde Dollar (rund 950 Millionen Euro) von ukrainischen Feldern geerntet. Rund 5,8 Millionen Tonnen Weizen seien von Feldern in der Ukraine geerntet worden, die nicht unter der Kontrolle des Landes lägen, teilte Nasa Harvest mit, das Ernährungssicherheits- und Landwirtschaftsprogramm der US-Raumfahrtbehörde. Für die Erhebung nutzt Nasa Harvest gemeinsam mit mehreren Partnerinstitutionen Satellitendaten und Modellierungen.Britischer Geheimdienst: Russische Zustimmung zum Krieg schwindet10.15 Uhr: Dem Kreml dürfte es nach Einschätzung britischer Experten zunehmend schwerfallen, den Krieg in der Ukraine gegenüber der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen. Das geht aus dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London zum Ukraine-Krieg am Sonntag hervor."Angesichts dessen, dass Russland in den kommenden Monaten kaum bedeutende Erfolge auf dem Schlachtfeld erringen wird, ist es wahrscheinlich zunehmend schwer für den Kreml, auch nur die schweigende Zustimmung in der Bevölkerung zu erhalten", hieß es in der Mitteilung. Den Briten zufolge zeigen an die Öffentlichkeit gelangte Daten russischer Behörden, dass inzwischen nur noch ein Viertel der Bevölkerung in Russland den Angriffskrieg in der Ukraine unterstützt. Zu Beginn des Kriegs waren es demnach noch 80 Prozent.Die Nacht: Kritik aus der Ukraine am ÖlpreisdeckelDer von der EU und G7-Staaten beschlossene Ölpreisdeckel für Russland stößt in der Ukraine auf Kritik. Präsident Selenskyj findet ihn "uneffektiv". Aus seiner Partei kommen Bedingungen für Gespräche mit Moskau über ein Ende des Krieges. Laut Nasa hat Russland ukrainischen Weizen im Wert von 950 Millionen Euro geerntet. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Nachrichten aus der Nacht.US-Geheimdienst sieht Vorbereitungen auf Winteroffensive2.30 Uhr: Der US-Geheimdienst geht davon aus, dass sich das verlangsamte Kampfgeschehen in der Ukraine fortsetzen wird. "Wir sehen bereits eine Art reduziertes Tempo des Konflikts und wir erwarten, dass sich das in den kommenden Monaten fortsetzen wird", sagte Avril Haines, Direktorin des nationalen Geheimdienstes auf dem jährlichen Reagan National Defense Forum in Kalifornien. Beide Länder würden versuchen, sich mit Nachschub zu versorgen, um sich auf eine Gegenoffensive nach dem Winter vorzubereiten. Trotz russischer Angriffe auf das ukrainische Stromnetz und andere zivile Einrichtungen sehe man keine Anzeichen für einen verringerten ukrainischen Widerstandswillen.Nasa: Russland hat ukrainischen Weizen in Milliardenhöhe geerntet1.32 Uhr: Russland hat nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa in diesem Jahr wohl Weizen im Wert von rund einer Milliarde Dollar (rund 950 Millionen Euro) von ukrainischen Feldern geerntet. Rund 5,8 Millionen Tonnen Weizen seien von Feldern in der Ukraine geerntet worden, die nicht unter der Kontrolle des Landes lägen, teilte Nasa Harvest mit, das Ernährungssicherheits- und Landwirtschaftsprogramm der US-Raumfahrtbehörde. Für die Erhebung nutzt Nasa Harvest gemeinsam mit mehreren Partnerinstitutionen Satellitendaten und Modellierungen.Insgesamt seien auf ukrainischem Gebiet in diesem Jahr rund 26,6 Millionen Tonnen geerntet worden und damit deutlich mehr als zuvor vorhergesagt, schätzen die an dem Forschungsprojekt beteiligten Wissenschaftler.Ukraine: Ölpreisdeckel "zu komfortabel" für Russland21.53 Uhr: Die Ukraine hat den Preisdeckel für russisches Öl als "zu komfortabel" für Moskau kritisiert. Die vereinbarte Obergrenze von 60 US-Dollar pro Barrel (je 159 Liter) Rohöl sei zu hoch, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Damit fließe weiterhin zu viel Geld in Russlands Haushalt und damit in den Krieg gegen sein Land, sagte er in seiner täglichen Videoansprache am Samstagabend.Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die Welt zu noch härteren Sanktionsinstrumenten gegen Moskau greifen müsse, meinte der Staatschef. "Schade, dass diese Zeit nun verloren geht." Zuvor hatte bereits der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Andrij Jermak, einen Preisdeckel von 30 Dollar pro Barrel gefordert.Schoigu besucht verbündetes Nachbarland Belarus19.50 Uhr: Mehr als neun Monate nach dem Einmarsch in die Ukraine hat Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu das verbündete Nachbarland Belarus besucht. Bei einem Treffen mit Diktator Alexander Lukaschenko bedankte sich Schoigu am Samstag für die Unterstützung der in Belarus stationierten russischen Soldaten. "Sie fühlen sich hier wirklich wie zu Hause", zitierte ihn die staatliche belarussische Nachrichtenagentur Belta.Gemeinsam mit seinem Amtskollegen Viktor Chrenin unterzeichnete Schoigu demnach auch ein Dokument über Änderungen an einem Sicherheitsabkommen zwischen beiden Ländern. Inhaltliche Details wurden zunächst nicht bekannt. Lukaschenko bekräftigte darüber hinaus, dass die Vorbereitungen für die Bildung einer gemeinsamen regionalen Militäreinheit der russischen und belarussischen Streitkräfte liefen.Macron: "Garantien" für Russland bei Friedensgesprächen nötig18.30 Uhr: Der Westen muss nach Ansicht von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei Friedensverhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs auch auf Sicherheitsbedürfnisse Russlands eingehen. Europa müsse eine neue Sicherheitsarchitektur vorbereiten, sagte Macron in einem Interview des französischen Fernsehens, das in den vergangenen Tagen aufgenommen und am Samstag ausgestrahlt wurde.Er bezog sich dabei auch auf wiederholte Klagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Nato-Erweiterungen. "Einer der wesentlichen Punkte, auf die wir eingehen müssen, wie Präsident Putin immer gesagt hat, ist die Furcht, dass die Nato an die Türen Russlands heranrückt, und die Stationierung von Waffen, die Russland bedrohen könnten", sagte Macron.Dieses Thema werde Teil der Themen für einen Frieden sein. "Deswegen müssen wir ausarbeiten, wozu wir bereit sind, wie wir unsere Partner und Mitgliedsstaaten schützen und wie wir Russland Garantien geben, sobald es an den Verhandlungstisch zurückkehrt."Ukraine beginnt mit Evakuierung des linken Dnipro-Ufers14.15 Uhr: Die ukrainische Militärverwaltung in der Region hat die Evakuierung des linken Flussufers des Dnipro angekündigt. Vom 3. bis zum 5. Dezember sollen Zivilisten die Möglichkeit bekommen, den Fluss zu überqueren – allerdings nur tagsüber. "Wegen der möglichen Intensivierung der Kämpfe in dieser Region wird das Verbot von Flussüberquerungen aufgehoben", gab die Militärverwaltung über Facebook bekannt. Notwendig werde die Evakuierung wegen "einer möglichen Intensivierung der Feindseligkeiten in diesem Gebiet", hieß es.Britischer Geheimdienst: Russland will Bachmut einkesseln10.52 Uhr: Das britische Verteidigungsministerium hat neue Informationen zur Taktik Russlands in der Region um die umkämpfte Stadt Bachmut veröffentlicht. Demnach plane die russische Armee, die Stadt im Norden und Süden mit Schützengräben einzukreisen und so eine Verteidigung zu erschweren.Seit August 2022 habe Russland Bachmut als primäres Angriffsziel ausgemacht – einnehmen konnte die russische Armee die Stadt allerdings noch nicht. Sollte es zu einer Eroberung kommen, hätte Russland die Möglichkeit, über Bachmut in Richtung Krematorsk und Slowiansk vorzustoßen. Mittlerweile geht der britische Geheimdienst jedoch davon aus, dass Bachmut nur noch symbolischen Wert habe, aus dem die russische Führung politisches Kapital schlagen will.Die Nacht: Selenskyj will alle Gefangenen zurückholen5.25 Uhr: Der ukrainische Präsident hat angekündigt, alle Kriegsgefangenen aus russischen und besetzten Gebieten zurückzuholen. Spanien schickt Flugabwehrraketen. Die EU und die G7-Länder beschließen einen Preisdeckel für russisches Öl. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Ereignisse in der vergangenen Nacht.Klitschko bereitet Kiew auf neue Angriffe vor5 Uhr: Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat die Bewohner vor neuen Angriffen gewarnt und Maßnahmen bei erneuten Stromausfällen angekündigt. "Die städtischen Behörden und Unternehmen bereiten sich auf verschiedene Optionen vor", schrieb er auf Telegram. Dazu gehöre die Einrichtung von Märkten. "Im Falle neuer Angriffe des Feindes auf die kritische Infrastruktur der Ukraine und einem daraus resultierenden vollständigen Ausfall der Stromversorgung werden in der Hauptstadt weiterhin separate Handelsnetze, Märkte, Geschäfte und Einkaufszentren betrieben", kündigte er an. Bürger können eine Liste bei Telegram und im Internet herunterladen, die Geschäfte und Versorgungszentren enthält. Es könne aber Einschränkungen bei den Öffnungszeiten geben, schrieb Klitschko.Sänger Sting ruft zu Spenden für die Ukraine aufDer englische Sänger Sting hat zu Spenden für die Ukraine aufgerufen. In einem Video beschreibt er die russischen Angriffe auf die ukrainische Stromversorgung und die daraus resultierenden Einschränkungen. "Die Menschen warmzuhalten wird vielleicht die wichtigste Schlacht im Kriegswinter", sagte er. Das ukrainische Verteidigungsministerium bedankte sich auf Twitter für die Unterstützung.Banksy-Bild aus Wand geschnitten2 Uhr: In der Ukraine ist kurz nach dessen Entstehung ein Bild des Streetart-Künstlers Banksy von Kriminellen aus der Wand geschnitten worden. Im Kiewer Vorort Hostomel hätten Polizisten eine Gruppe von acht Personen im Alter zwischen 27 und 60 Jahren festgenommen, teilte der Polizeichef des Gebietes Kiew, Andrij Njebytow, am Freitag mit. Das Bild einer Frau im Morgenmantel mit Lockenwicklern und einer Gasmaske sei vor Ort beschlagnahmt worden.Der Organisator sei ein im Jahr 1990 geborener Kiewer. Ein Motiv war zunächst nicht bekannt. Die Polizei war nach einem Anruf von Anwohnern aktiv geworden. Sie hatten beobachtet, wie das Bild aus der Wärmedämmung geschnitten worden war.Das Kulturministerium wurde inzwischen eingeschaltet, um über das weitere Schicksal des Kunstwerks zu entscheiden.Im November war bekannt geworden, dass der mysteriöse britische Künstler Banksy mehrere Werke in den vom russischen Angriffskrieg betroffenen Vororten von Kiew und in der ukrainischen Hauptstadt selbst hinterlassen hatte. Russland war Ende Februar in die Ukraine einmarschiert.Freitag, 2. DezemberSelenskyj feiert Freilassung vom Kriegsgefangenen23.10 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Rückkehr weiterer Soldaten aus russischer Gefangenschaft gefeiert. "Es war ein besonderer Tag in einer besonderen Woche", sagte Selenskyj am Freitagabend in seiner täglichen Videoansprache. Zugleich kündigte er an, weitere Soldaten aus russischen Gefangenenlagern zurückzuholen. "Wir werden keinen einzigen Ukrainer in russischen Gefängnissen, Lagern und 'Isolationen' (Haftanstalten) zurücklassen. Wir denken an alle."Selenskyj hatte am Nachmittag in Kiew eine Reihe von ehemaligen Kriegsgefangenen getroffen und ihnen Medaillen verliehen. In den vergangenen Tagen hatten Russland und die Ukraine mehrmals Kriegsgefangene ausgetauscht. Nach Selenskyjs Angaben kamen auf diese Art seit Kriegsbeginn im Februar insgesamt 1.331 ukrainische Soldaten aus russischer Gefangenschaft frei.Lettland: TV-Sender wegen Kriegsberichterstattung bestraft22.14 Uhr: In Lettland ist der unabhängige russische Fernsehsender Doschd wegen seiner Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine ins Visier der Behörden geraten. Der Nationale Rat für elektronische Massenmedien verhängte am Freitag 10.000 Euro Geldstrafe, weil der Sender eine Karte gezeigt habe, auf der die annektierte ukrainische Halbinsel Krim als Teil Russlands zu sehen war. Zudem seien die russischen Streitkräfte als "unsere Armee" bezeichnet worden. Die Sicherheitsbehörden kündigten ebenfalls eine Untersuchung an.Russland evakuiert Stadt am Ostufer des Dnipro19.07 Uhr: Die von Russland eingesetzte Verwaltung in der südukrainischen Region Cherson ruft Teile der Bevölkerung in Kachowka zum Verlassen der Stadt auf. Wer bettlägerig oder behindert sei, werde in den Distrikt Henitschesk im Südosten des Ortes gebracht, heißt es in einer Mitteilung auf Telegram.Der Aufruf reiht sich in eine größere Evakuierung von Gebieten am Ostufer des Flusses Dnipro ein. Russland zog vergangenen Monat seine Streitkräfte vom Westufer ab, ebenso aus der Stadt Cherson selbst. Der Fluss bildet damit gegenwärtig die Frontlinie im Süden des Landes.Ukraine erhält erste Hawk-Flugabwehrraketen aus Spanien19.04 Uhr: Die Ukraine hat eine erste Lieferung von Hawk-Flugabwehrsystemen aus Spanien erhalten. Das teilte Verteidigungsminister Olexij Resnikow nach einem Treffen mit seiner spanischen Kollegin Margarita Robles in Odessa mit. Weitere Hawk-Flugabwehrraketen aus spanischen Beständen sollen folgen. Ukrainische Soldaten werden bereits in Spanien ausgebildet.Das aus den USA stammende System zur Flugabwehr auf mittlerer Reichweite wurde schon in den frühen 60er-Jahren in Dienst gestellt und immer wieder modernisiert. In den meisten Nato-Staaten wurde Hawk bereits ausgemustert.Auch "blutiges Päckchen" an ukrainischer Botschaft in Madrid15.42 Uhr: Die ukrainische Botschaft in Madrid hat nach Angaben des Außenministeriums der Ukraine ähnlich wie andere Botschaften in Europa ein "blutiges Päckchen" erhalten. Die spanische Polizei sperrte das Gelände um die ukrainische Botschaft in Madrid ab. An mehrere mit der Ukraine in Zusammenhang stehende Einrichtungen in Spanien waren in den vergangenen Tagen insgesamt sechs Briefbomben geschickt worden. Blutige Päckchen mit Tieraugen waren etwa an die ukrainischen Botschaften in Ungarn, den Niederlanden, Polen oder Italien gegangen.Ukraine erhält sieben weitere Gepard-Flugabwehrpanzer14.48 Uhr: Die Bundesregierung liefert der Ukraine weitere sieben Flugabwehrpanzer Gepard für die Verteidigung gegen russische Angriffe. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte am Freitag in Berlin, dass sie aus den Beständen der Industrie geliefert würden. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet.Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte die Lieferung bereits am Dienstag in einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angekündigt. Die genaue Zahl war bisher aber nicht bekannt. 30 deutsche Gepard-Panzer aus den Beständen des Herstellers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) sind bereits in der Ukraine im Einsatz.Deutschland hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar Waffen und militärische Ausrüstung für fast zwei Milliarden Euro in die Ukraine geliefert.Dieses Material liefert Deutschland in die Ukraine11.45 Uhr: Die Bundesregierung hat der Ukraine nach eigenen Angaben weitere Ausrüstungs- und Waffenlieferungen aus Beständen der Bundeswehr und der Industrie zugestellt. Drei Brückenlegepanzer, acht unbemannte Überwasserschiffe, 4.000 Schlafsäcke, 30 Krankenwagen, Ersatzteile für den Kampfhubschrauber Mi-24 sowie zwölf Grenzschutzfahrzeuge wurden geliefert, wie die Bundesregierung am Donnerstag mitteilte. Russland hat offenbar große Probleme bei Logistik9.26 Uhr: Das russische Militär hat nach seinem Rückzug vom Westufer des ukrainischen Flusses Dnipro nach Einschätzung britischer Geheimdienste mit logistischen Herausforderungen zu kämpfen. Die Ukrainer hätten russische Logistikknoten und Kommunikationskanäle zuletzt leichter angreifen können, weshalb Moskau die Knotenpunkte mutmaßlich weiter gen Süden und Osten verlagere, hieß in einem Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Viel Ausrüstung müsse von der Schiene auf die Straße verlagert werden – auf der Straße seien die Transporte wiederum leicht angreifbar.Munitionslücken im russischen Arsenal, die durch solche logistischen Herausforderungen verstärkt würden, seien wahrscheinlich die Ursache dafür, dass die russischen Streitkräfte derzeit kaum effektive Bodenoffensiven durchführen könnten, hieß es von den Briten.THW liefert Hunderte Stromgeneratoren an die Ukraine9.25 Uhr: Angesichts der von Russland verursachten massiven Schäden an der ukrainischen Energieversorgung liefert das Technische Hilfswerk (THW) mehrere Hundert Stromgeneratoren an die Ukraine. Knapp 150 Geräte seien bereits geliefert, 320 weitere Stromerzeuger bereite man aktuell für den Transport vor, teilte das THW mit.Russlands Angriffe auf die Ukraine konzentrierten sich zuletzt unter anderem auf Strom- und Wärmekraftwerke. Viele ukrainische Haushalte sind bei eisigen Temperaturen zeitweise oder sogar komplett ohne Heizung, Strom und Wasser.Ukraine meldet: Mobilisierungswelle auf Krim wird vorbereitet8.19 Uhr: Die russischen Behörden auf der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim bereiten offenbar eine neue Mobilisierungswelle vor. Das meldet das ukrainische Militär. "Nach den vorliegenden Informationen werden in der Stadt Kertsch Datenabgleiche von Wehrpflichtigen in staatlichen Unternehmen durchgeführt", heißt es in dem Bericht, den der Generalstab der Streitkräfte auf Facebook veröffentlichte. Buch: "Diese Armee braucht keinen Gegner, wir schlagen uns selbst"7.07 Uhr: Zwei Monate lang hat Pawel Filatjew als russischer Soldat den Krieg in der Ukraine erlebt. Nun veröffentlicht er ein Buch, in dem er schildert, wie Soldaten durch fehlende Führung scheitern. "Ich rauche und ärgere mich über die Führung, dass wir nun seit drei Tagen hier sind und oben offenbar niemand daran gedacht hat, dass wir etwas zu rauchen, zu essen und zu trinken brauchen." Kaputte Technik, ein Fahrzeug ohne Bremsen, durch Pannen verstümmelte Soldaten: "So eine Armee braucht keinen Gegner, wir machen uns selbst fertig." Die Armee sei "technisch hoffnungslos veraltet und moralisch verrottet".Der Ex-Soldat macht deutlich, dass sich seine Kritik nicht gegen die einfachen Soldaten richtet, sondern vor allem gegen den Kreml. Er selbst könne aus seiner Zeit und dem Vorstoß in Richtung Cherson im Süden der Ukraine keine Gräueltaten der Armee bezeugen. "Ich kann mich natürlich nicht für die ganze Armee verbürgen, aber vor meinen Augen wurde niemand gequält, geschweige denn vergewaltigt." Gleichzeitig widerspricht er auch Putin Darstellung einer Spezialoperation gegen Nazis. Getötet werden Zivilisten, die gegen die russischen Besatzer sind – und es werden ganze Städte sinnlos zerstört, wie Filatjew erzählt. Dem 34-Jährigen, der in Frankreich Asyl hat und seinen Aufenthaltsort geheim hält, droht in seiner Heimat lange Haft wegen Diffamierung der russischen Streitkräfte.Die Nacht: Kiew geht gegen die russische Kirche vor 5.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Einfluss der russisch-orthodoxen Kirche auf das geistliche Leben in seinem Land stoppen. Die Ukraine müsse ihre Unabhängigkeit auch auf religiösem Gebiet verteidigen, sagte der Staatschef in einer am Donnerstagabend in Kiew verbreiteten Videobotschaft. "Wir werden niemals irgendjemandem erlauben, ein Imperium innerhalb der ukrainischen Seele zu bilden." Das Moskauer Patriarchat der russisch-orthodoxen Kirche hat traditionell starken Einfluss in der Ukraine und beansprucht dort zahlreiche Heiligtümer. Hier lesen Sie den gesamten Überblick aus der Nacht.Ukraine bittet um Transformatoren1.10 Uhr: Die Ukraine sucht zur Reparatur ihres durch russische Angriffe beschädigten Stromnetzes dringend Transformatoren – neu oder gebraucht. Dabei hoffe das Land auch auf Hilfe von Firmen und Gemeinden aus Deutschland, sagte die frühere Parlamentsabgeordnete Viktoria Wojzizka der Deutschen Presse-Agentur. Wojzizka arbeitet in Warschau für ein Zentrum, das die Regierung in Kiew bei der Organisation ausländischer Hilfe unterstützt. Dort hat Infrastrukturminister Oleksandr Kubrakow ein Team aufgestellt, das Ersatzteile für die Energie-Infrastruktur auftreiben soll.Biden unter Bedingungen zu Gespräch mit Putin bereit0.32 Uhr: US-Präsident Joe Biden ist bereit, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sprechen, wenn dieser bereit sei, den Krieg in der Ukraine zu beenden. "Lassen Sie mich meine Worte sehr sorgfältig wählen", sagt Biden auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Washington. "Ich bin bereit, mit Herrn Putin zu sprechen, wenn er tatsächlich ein Interesse daran zeigt, einen Weg zur Beendigung des Krieges zu finden. Das hat er noch nicht getan." Er werde jedoch nicht im Alleingang mit Putin sprechen, sondern nur in Absprache mit den Nato-Verbündeten.Freitag, 2. DezemberBiden und Macron wollen Putin zur Rechenschaft ziehen23.05 Uhr: US-Präsident Joe Biden und sein französischer Kollege Emmanuel Macron wollen Russland für "umfangreich belegte Gräueltaten und Kriegsverbrechen" in der Ukraine zur Rechenschaft ziehen. Dies geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor, die beide Staatschefs nach einem Treffen im Weißen Haus veröffentlichen. Sie sagen zudem der Ukraine Unterstützung im Winter zu. Unter anderem sollen verstärkt Luftabwehrsysteme und Ausrüstung zur Reparatur des Stromnetzes bereitgestellt werden. Eine russische Stellungnahme liegt nicht vor. Die Regierung in Moskau hat Vorwürfe von Kriegsverbrechen und Gräueltaten zurückgewiesen.Generalstab: Russland beginnt Rückzug aus Saporischschja22.45 Uhr: Russland zieht einige seiner Militäreinheiten ab und bereitet die Evakuierung des Personals der Besatzungsverwaltung aus einigen Siedlungen im von Russland besetzten Teil der Oblast Saporischschja vor, teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte in seiner Abendaktualisierung mit. Russische Truppen verließen nach Angaben des ukrainischen Militärs das Dorf Mykhailivka, wo sie zuvor bei der örtlichen Polizeistation und einer der Bildungseinrichtungen stationiert waren. In den Siedlungen Polohy und Inzhenerne plünderten russische Truppen die Häuser, in denen sie stationiert waren, bevor sie sich zurückzogen, heißt es in dem Bericht.Ukraine meldet bis zu 13.000 gefallen Soldaten22.40 Uhr: Im Kampf gegen Russland sind nach Angaben eines hochrangigen Beraters von Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits bis zu 13.000 ukrainische Soldaten getötet worden. Es gebe offizielle Schätzungen des Generalstabs – "und diese gehen von 10.000 bis 13.000 Toten aus", sagte Mychailo Podoljak. Selenskyj werde die genauen Zahlen nennen, "wenn der richtige Moment gekommen ist".Der Präsident hatte im Juni gesagt, dass 60 bis 100 ukrainische Soldaten pro Tag getötet und etwa 500 verletzt würden. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu seinerseits sprach im September von gut 5.900 getöteten russischen Soldaten. Es wird davon ausgegangen, dass beide Seiten ihre Verluste geringer angeben als sie wirklich sind, um die Moral ihrer Soldaten nicht zu beeinträchtigen. Von unabhängiger Seite können die Angaben nicht geprüft werden.Italien kann weiter Waffen liefern22.30 Uhr: Italiens neue Regierung verlängert Insidern zufolge per Kabinettsbeschluss die bisherige Grundlage für Waffenlieferungen an die Ukraine. Das Dekret, in das die Nachrichtenagentur Reuters Einblick erhält, erlaubt Lieferungen für das ganze kommende Jahr, ohne jedes Mal einzeln das Parlament befragen zu müssen. Dieses muss innerhalb von zwei Monaten den Kabinettsbeschluss bestätigen. Das bisherige Dekret läuft Ende des Jahres aus. In der Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sind die Waffenlieferungen umstritten.Tschechien ebnet Weg für Ausbildung ukrainischer Soldaten21 Uhr: In Tschechien hat das Parlament den Weg für die Ausbildung von bis zu 4000 ukrainischen Soldaten freigemacht. Nach dem Abgeordnetenhaus gab am Donnerstag auch das Oberhaus des Nato-Mitgliedslands, der Senat, seine Zustimmung. Im nächsten Jahr sollen fünf Kurse für jeweils bis zu 800 ukrainische Soldaten angeboten werden. Die Ausbildung soll auf dem Truppenübungsplatz Libava nordöstlich von Olomouc (Olmütz) stattfinden.Grundlage ist eine zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen Tschechien und der Ukraine. In Prag hofft man, dass die Kurse langfristig im neuen Ausbildungseinsatz der EU aufgehen werden. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als neun Monaten in einem Krieg gegen Russland.Satellitenfotos wecken Sorgen in der Ukraine18.30 Uhr: Neue Satellitenaufnahmen legen nahe, dass Russland das nächste großflächige Bombardement auf die Ukraine plant. "Man ist in der Ukraine momentan jeden Tag darauf gefasst, dass der nächste große Luftangriff kommt", sagt Militärexperte Gustav Gressel. Hier lesen Sie mehr.Selenskyj: Mehr als 1.300 Ukrainer aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt17.53 Uhr: Mehr als 1.300 Kriegsgefangene sind seit der russischen Invasion zurück an die Ukraine übergeben worden. Nach einem neuen Gefangenenaustausch mit Russland am Donnerstag seien insgesamt "schon 1.319 Helden nach Hause zurückgekehrt", erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Instagram. "Wir werden nicht innehalten, bis wir alle unsere Leute zurückbekommen", fügte er hinzu.Laut Präsidentenberater Andrij Jermak wurden bei dem jüngsten Gefangenenaustausch 50 Ukrainer übergeben. Russlands Verteidigungsministerium erklärte, es habe ebenfalls 50 Kriegsgefangene entgegengenommen. Bei einem Treffen mit dem Roten Kreuz im Oktober hatte Russland angegeben, etwa 6.000 Ukrainer in Kriegsgefangenschaft zu halten.Massengräber bei Isjum: "Wir wollten, dass die Kinder die Kreuze nicht sehen"Mehr als 400 Leichen sind rund um das ukrainische Isjum begraben – dorthin gebracht von Freiwilligen. Nun erzählen diese von der Zeit unter russischer Besatzung. Hier lesen Sie mehr.Klitschko ruft Einwohner von Kiew zu Vorbereitung auf kompletten Stromausfall auf17.15 Uhr: Der Bürgermeister von Kiew ruft die Bevölkerung auf, sich Wasser, Lebensmittel und warme Kleidung für den Fall eines kompletten Stromausfalls als Vorräte anzulegen. Wer die Möglichkeit dazu habe, solle schauen, ob er bei Freunden in den Vororten der Hauptstadt unterkommen könne, sagt Vitali Klitschko.Unter Verweis auf die russischen Luftangriffe spricht er von der Gefahr eines völligen Ausfalls von Strom, Wasser, Abwasser und Heizung. "Die Temperatur in den Wohnungen dürfte sich nicht großartig von der Außentemperatur unterscheiden", warnt er. In Kiew hat es gegenwärtig etwa minus vier Grad.Ukraine wirft neuem Chef des AKW Saporischschja Verrat vor16.00 Uhr: Der staatliche ukrainische AKW-Betreiber Energoatom hat dem neuen ukrainischen Leiter des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja Verrat vorgeworfen. Der bisherige stellvertretende Chefingenieur des Kraftwerks, Juri Tschernitschuk, "hat die Ukraine verraten und ist zum Feind übergelaufen", erklärte Energoatom-Chef Petro Kotin am Donnerstag im Onlinedienst Telegram.Tschernitschuk hatte am Mittwoch das russische Angebot angenommen, die Leitung des Atomkraftwerks Saporischschja zu übernehmen. Dies sei seiner Meinung nach "die einzig richtige Entscheidung", erklärte er.Energoatom-Chef Kotin sieht das anders: "Statt alles dafür zu tun, das Kraftwerk möglichst schnell zu befreien, hat er entschieden, den russischen Besatzern dabei zu helfen, ihre kriminelle Aneignung zu legalisieren", erklärte er. Energoatom gab an, Tschernitschuk entlassen zu haben. Er werde "früher oder später" seine Taten "vor dem Gesetz und den Leuten" rechtfertigen müssen, warnte Kotin.Ukraine: Russische Truppen ziehen sich östlich des Dnipro zurück13.59 Uhr: Russische Truppen ziehen sich nach ukrainischen Angaben vom Ostufer des Flusses Dnipro im Süden des Landes vereinzelt zurück. "Eine abnehmende Zahl russischer Soldaten und militärischer Ausrüstung ist in der Stadt Oleschky zu beobachten", heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme des ukrainischen Militärs.Oleschky liegt gegenüber der Stadt Cherson, die unlängst von den russischen Streitkräften geräumt worden war. In dem Gebiet seien mittlerweile nur noch russische Reservisten stationiert, hieß es weiter, was bedeuten würde, dass die Eliteeinheiten abgezogen worden wären.Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Unklar blieb zudem, ob ukrainische Truppen bereits den Dnipro überquert und auf der östlichen Seite des Flusses Stellung bezogen haben. US-Botschafterin: Keine Anzeichen für Verhandlungsbereitschaft Putins13.26 Uhr: Die US-Botschafterin in Deutschland, Amy Gutmann, sieht wenig Aussichten für ein schnelles Ende des Krieges in der Ukraine. "Wir haben derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass Putin bereit wäre zu verhandeln", sagte Gutmann der "Sächsischen Zeitung". "Aber wenn er es ist, bin ich sicher, dass die Ukraine dazu auch bereit sein wird. Sie wird bestimmen, wann sie ihre volle staatliche Integrität und Souveränität zurückerhalten hat. Aber Putin steht dem im Wege."Die deutsche Reaktion auf den Krieg bezeichnete sie als "klar und mutig". Ihr sei bewusst, dass mit der aktuellen Situation "große Opfer" für alle Verbündeten der USA in Europa verbunden seien, beispielsweise durch die hohen Energiepreise. "Aber wahr ist doch auch: Niemand bringt so große Opfer wie die Menschen in der Ukraine. Wir tun alles, um sie zu unterstützen, aber nichts, um diesen Krieg weiter eskalieren zu lassen", sagte Gutmann. Das einzig akzeptable Ende dieses Krieges "ist für uns, dass die Ukraine gewinnt".Lawrow rechtfertigt Angriffe auf ukrainische Infrastruktur11.41 Uhr: Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Kriegsführung seines Landes und die gezielten Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur verteidigt. "Diese Infrastruktur stützt die Kampfkraft der ukrainischen Streitkräfte und der nationalistischen Bataillone", sagte er während seiner im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Gleichzeitig warf er der Nato und den USA eine ebensolche Kriegsführung in der Vergangenheit in Jugoslawien und im Irak vor.Moskaus Vorgehen ziele auf eine möglichst geringe Anzahl ziviler Opfer, behauptete Lawrow. "Vergleicht die Hysterie, die jetzt in den westlichen Medien losgetreten wird, mit der Lage, als die USA den Irak bombardiert haben". Auch im damaligen Jugoslawien habe die Nato das TV-Zentrum in Belgrad bombardiert mit der Begründung, dass dies der jugoslawischen Kriegspropaganda diene.Nach den russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur wurden in den vergangenen Wochen Millionen Ukrainer von der Strom- und Wärmeversorgung sowie teilweise auch von der Wasserversorgung abgeschnitten. Zugleich wurden durch Einschläge russischer Raketen in ukrainischen Städten Dutzende Menschen getötet.Lawrows Aussagen widersprechen damit den Beobachtungen von Experten und den Schilderungen der ukrainischen Seite. Diese wirft Russland vor, gezielt zivile Wohnhäuser und Infrastruktur zu beschießen, um das menschliche Leid zu erhöhen. Zudem gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass Russland Kriegsverbrechen begeht.Gouverneur: Cherson nach Bombardierung ohne Strom10.47 Uhr: Die ukrainische Stadt Cherson ist nach Aussagen des dortigen Regionalgouverneurs nach Bombardements durch russische Streitkräfte ohne Strom. Erst in der vergangenen Woche war die Stadt wieder mit Elektrizität versorgt worden, nachdem sie Anfang November von ukrainischen Truppen nach mehrmonatiger russischer Besetzung zurückerobert worden war.Angriffe durch Russland seien dafür verantwortlich, dass Cherson abgeschnitten sei von der Stromversorgung, schrieb Gouverneur Jaroslaw Januschewitsch auf Telegram. Es werde daran gearbeitet, das Problem zu lösen.Ukraine: Haben 40.000 russische Kriegsverbrechen registriert8.23 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben 40.000 russische Kriegsverbrechen registriert. Sie wolle sich in den Ermittlungen aber nicht auf jeden einzelnen Fall konzentrieren, sagte Justizminister Denys Maljuska der Zeitung "Die Welt". "Es wäre zu kompliziert und langwierig, einen Zusammenhang zwischen dem einzelnen Soldaten, der diese Verbrechen begangen hat, und seinen Befehlsgebern zu etablieren, die eigentlich verantwortlich sind."Stattdessen wolle man zwei Straftaten verfolgen, unter denen sich die Kriegsverbrechen zusammenfassen ließen: völkerrechtswidrige Aggression und Genozid. "Der Angriff auf ein anderes Land ist dann eine Straftat, wenn er grundlos stattfindet und das angegriffene Land nachweislich Widerstand leistet. Dafür sammeln wir Beweise."Der Völkermord zeige sich unter anderem in der Art der Kriegsführung, wie die Angriffe auf die Infrastruktur, die Entführung von Waisenkindern oder die flächendeckende Bombardierung von Städten wie Mariupol, erläuterte Maljuska. Für all das sei der russische Präsident Wladimir Putin verantwortlich, "und somit muss ihm der Prozess gemacht werden". Da weder die Ukraine noch Russland Teil des Internationalen Strafgerichtshofes sind, strebt Maljuska ein Sondertribunal an. "Unsere wichtigste Aufgabe ist es, ein neues System zu etablieren, in dem Putin zur Verantwortung gezogen werden kann. Dafür bitten wir die internationale Staatengemeinschaft, ein Sondertribunal einzurichten."London: Angriffe auf ukrainisches Stromnetz gehören zu Militärdoktrin8 Uhr: Die massiven russischen Raketenangriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur sind nach britischer Einschätzung Teil eines neuen Pfeilers der russischen Militärdoktrin. Es handele sich vermutlich um das erste Mal, dass Russland sein Konzept eines strategischen Einsatzes zur Zerstörung kritischer Ziele umzusetzen versuche, teilte das Verteidigungsministerium in London am Donnerstag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Dazu würden Langstreckenraketen gegen kritische Infrastruktur eingesetzt, um die Bevölkerung zu demoralisieren und die Staatsführung zur Kapitulation zu zwingen."Die russischen Angriffe verursachen weiterhin Stromausfälle, die zu wahllosem, weit verbreitetem humanitärem Leid in der gesamten Ukraine führen", hieß es in London. Die Wirksamkeit habe allerdings bereits nachgelassen, da Russland schon einen großen Teil seiner geeigneten Raketen gegen taktische Ziele eingesetzt habe. Zudem sei die psychologische Wirkung deutlich geringer als wenn die Taktik zu Kriegsbeginn eingesetzt worden wäre, so das Ministerium mit Blick auf den monatelangen Abwehrkampf der ukrainischen Truppen.Habeck: Waffenlieferungen sind richtig, aber "auch eine Zumutung"6.57 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat die Notwendigkeit von Waffenlieferungen an die Ukraine betont. "Ich zweifle keinen Augenblick daran", sagte der Grünen-Politiker dem Magazin "Stern". "Und trotzdem kann man das nicht leichtfertig beklatschen, wenn man sich klarmacht, dass von den 300.000 russischen Rekruten ein großer Teil verletzt oder sterben wird – auch durch Waffen, die wir geschickt haben. Ich. Die Freigabe trägt meine Unterschrift." Die Lieferungen seien "so richtig sie sind, auch eine Zumutung", sagte der Vizekanzler.Zur Abwehr des russischen Angriffskrieges lieferte Deutschland der Ukraine zuletzt etwa Gepard-Panzer und ein modernes Flugabwehrsystem vom Typ Iris-T. Habeck hatte im Mai 2021, noch vor dem Beginn des Krieges, als einer der ersten deutschen Politiker auf einer Reise in die Ostukraine Waffenlieferungen zu Verteidigungszwecken für das Land gefordert.Die Nacht: Die Ukraine sieht Raketenpause nur vorübergehend5.30 Uhr: Die Feuerpause bei russischen Raketenangriffen dient nach ukrainischen Erkenntnissen der Analyse und der Aufstockung. Es wird mit einer neuen und heftigen Welle gerechnet. Präsident Selenskyj bedankt sich für die Entscheidung des Bundestages, den Holodomor als Völkermord einzustufen. Gleichzeitig wünscht er sich Patriot-Raketen für sein Land. Lesen Sie hier eine Übersicht der wichtigsten Ereignisse aus der Nacht.Bericht: Russland bereitet neue Luftangriffe vor3.10 Uhr: Luftaufnahmen von Satelliten der Firma Maxar zeigen eine große Präsenz von russischen Bombern auf dem Flughafen Engels-2, etwa 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Nach einem Bericht des "Spiegel" sehen Experten eine hohe Alarmbereitschaft.Auf den Bildern sind zwei Dutzend Langstreckenbomber auf Parkpositionen zu sehen. Der Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Yuriy Ignat, sagte im Fernsehen, dass die Stationierungen bekannt seien. Es könne an einer Verlegung von anderen Militärflughäfen liegen. "Dies deutet darauf hin, dass es vielleicht eine Rotation gibt, vielleicht wollen sie die Zahl der Angriffe erhöhen", sagte Ignat laut der ukrainischen Nachrichtenseite Fakty.Selenskyj begrüßt deutsche Entscheidung zu Holodomor2 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßt die Anerkennung der vor 90 Jahren gezielt herbeigeführten Hungertode von Millionen Ukrainern als Völkermord. "Dies ist eine Entscheidung für die Gerechtigkeit, für die Wahrheit. Und sie ist ein sehr wichtiges Signal an viele andere Länder der Welt, dass es dem russischen Revanchismus nicht gelingen wird, die Geschichte umzuschreiben", sagte Selenskyj in seiner Abendansprache. Lesen Sie hier mehr dazu.Im November 1932 ließ der sowjetische Diktator Joseph Stalin das gesamte Getreide und Vieh der ukrainischen Bauernhöfe beschlagnahmen, einschließlich des Saatguts. In den folgenden Monaten verhungerten Millionen. Die Ukraine beschuldigte den Kreml am Samstag, die "völkermörderischen" Taktiken Stalins wieder aufleben zu lassen. Moskau bestreitet, dass der sogenannte Holodomor durch einen vorsätzlichen Genozid verursacht wurde – auch Russen und andere ethnische Gruppen hätten unter der Hungersnot gelitten. Mittwoch, 30. NovemberBericht: US-Rüstungskonzern erhält Auftrag für Ukraine22.03 Uhr: Der US-Rüstungskonzern Raytheon Technologies erhält vom US-Verteidigungsministerium einen Auftrag über 1,2 Milliarden Dollar zum Bau von Boden-Luft–Raketensystemen für die Ukraine. Entsprechende Angaben eines Insiders werden durch ein Dokument bestätigt, in das die Nachrichtenagentur Reuters Einblick erhält. Es handelt sich demnach um sechs Nasams-Waffensysteme. Die USA haben die Entsendung von insgesamt acht autorisiert.Ukraine: Russland legt "Raketenpause" ein18.06 Uhr: Nach schweren Angriffen in den vergangenen Wochen hat das russische Militär nach Erkenntnissen der ukrainischen Streitkräfte eine "Raketenpause" eingelegt. Allerdings nutze das russische Militär diese Unterbrechung zur Vorbereitung neuer massiver Angriffe, sagte am Mittwoch Vadim Skibizki, Vertreter des ukrainischen Militärgeheimdienstes. Zum einen überprüfe die russische Seite, welche Ziele anzugreifen seien, zum anderen werde die Wirkung bisheriger Angriffe ausgewertet.Darüber hinaus würden neue Raketen auf einen Einsatz vorbereitet, sagte Skibizki weiter. "Das braucht Zeit." Da Russland einen Großteil seiner gefechtsbereiten Raketen aufgebraucht habe, würden nunmehr Projektile, die noch zu Sowjetzeiten gebaut wurden, aus den Arsenalen geholt und aufbereitet. Viele dieser alten Raketen hätten entweder ihre Ziele überhaupt nicht erreicht oder seien schon während des Anflugs explodiert.Dennoch setze Russland auch einige moderne Raketen aus der strategischen Reserve ein. "An den Bruchstücken und Trümmern erkennen wir, dass die Raketen in diesem Jahr gebaut wurden", sagte Skibizki. "Das heißt, sie gehen direkt vom Fließband in den Einsatz." Auch wenn die Produktionszahlen im Vergleich zur Vorkriegszeit deutlich zurückgegangen sei, baue Russland unter Umgehung der Wirtschaftssanktionen immer noch genügend Marschflugkörper und Waffen, die gegen die Ukraine eingesetzt würden.Russland meldet Erfolge im Donbass16.56 Uhr: Bei den schweren Gefechten im Donbass in der Ostukraine haben russische Truppen nach Moskauer Angaben die ukrainischen Verteidiger an zwei Stellen zurückgedrängt. Zum einen sei das Dörfchen Andrijiwka etwa neun Kilometer südlich der Stadt Bachmut erobert worden, teilte das russische Verteidigungsministerium am Mittwoch in Moskau mit. Zum anderen gebe es Fortschritte bei der Großstadt Donezk.Russische Kräfte versuchen seit Monaten, Bachmut zu erobern, das den Weg zu den Großstädten Kramatorsk und Slowjansk versperrt. Eingesetzt sind dort Separatisteneinheiten der Republik Donezk, die Söldnertruppe Wagner sowie reguläre russische Truppenteile. Russische Militärblogger berichteten indes, dass Andrijiwka noch unter ukrainischem Sperrfeuer liege.Das russische Militär meldete auch einen erfolgreichen Angriff auf Wodjane bei Donezk. Dies ist eins der von der ukrainischen Armee kontrollierten Frontdörfer zwischen den Städten Awdijiwka und Donezk. Seit 2014 gibt es in diesem Raum Gefechte, die Stellungen sind entsprechend gut ausgebaut.Großbritannien sanktioniert russische Politiker16.53 Uhr: Großbritannien hat neue Sanktionen gegen führende russische Regierungsvertreter wegen ihrer Rolle im Krieg gegen die Ukraine verhängt. Moskaus Versuch einer Teilmobilisierung russischer Bürger sei ein verzweifelter Versuch gewesen, den ukrainischen Widerstand zu überwältigen, sagte der britische Außenminister James Cleverly am Mittwoch einer Mitteilung zufolge. "Heute haben wir Personen sanktioniert, die diese Wehrpflicht durchgesetzt haben und Tausende russische Bürger in Putins illegalen und entsetzlichen Krieg geschickt haben."Unter anderem für den russischen Vizeregierungschef Denis Manturow, der für die Waffenindustrie zuständig ist, gelten nun Reisesperren. Außerdem wird mögliches Vermögen in Großbritannien eingefroren. Das gilt auch für Ella Pamfilowa, die als Vorsitzende der zentralen russischen Wahlkommission eine wichtige Rolle bei den illegalen Scheinreferenden in der Ostukraine gespielt hat, und mehrere weitere regionale russische Politiker.Selenskyj: Russland wird keine Atomwaffen einsetzen16.52 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin wird nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Ukraine keine Atomwaffen einsetzen. Das sagt Selenskyj auf einer Konferenz in New York, bei der er per Video zugeschaltet wurde.Lawrow: Westen führt Krieg gegen Russland16.51 Uhr: Das russische Außenministerium wirft dem Westen vor, in der Ukraine einen Krieg gegen Russland zu führen. "Der Krieg, den der kollektive Westen gegen Russland losgetreten hat, wirkt sich auf die Lage der strategischen Stabilität aus", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch bei einer Konferenz in Moskau. Die Ukraine und ihre Bürger würden dabei als "Verbrauchsmaterial" verheizt, erklärte der 73-jährige russische Chefdiplomat. Die Ukraine werde vom Westen zur Fortsetzung des Kriegs gedrängt, führte Lawrow dabei aus.Die Ukraine sei in einen "Brückenkopf gegen russische Interessen verwandelt" worden, die Nato kein Verteidigungsbündnis mehr, sondern ein Aggressor. "Der expansionistische Globalismus, den dieser aggressive Block demonstriert, ist beispiellos." Er sei sicher, dass die Mehrheit der Staaten die Gefahr erkenne, die diese neue Linie der Militärallianz bedeute, sagte Lawrow. Russland stellte er als eine Art Vorreiter gegen den westlichen Kolonialismus dar, um die Staaten Asiens und Afrikas auf seine Seite zu ziehen.Kuleba fordert Patriot-Abwehrsysteme16.17 Uhr: Die Ukraine hat ihre Forderung nach der Lieferung deutscher Raketenabwehrsysteme vom Typ Patriot und auch von Kampfpanzern westlicher Bauart untermauert. Außenminister Dmytro Kuleba sagte beim Treffen der Nato-Ressortchefs am Mittwoch in Bukarest, die Abwehrsysteme würden dringend gebraucht, um die Zivilbevölkerung gegen russische Raketenangriffe zu schützen.Er werde versuchen, die Bundesregierung davon zu überzeugen, kündigte Kuleba an. "Die Botschaft ist einfach: Gebt uns Patriots so schnell wie möglich, weil das die Systeme sind, die die Ukraine braucht, um ihre Zivilbevölkerung und Infrastruktur zu beschützen."Lambrecht: Keine Sonderrolle für Deutschland15.57 Uhr: Gemeinsame europäische Rüstungsprojekte dürfen nach Darstellung von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht künftig nicht mehr an einem deutschen Sonder-Veto gegen Waffenexporte scheitern. Die Bundesregierung müsse zeigen, dass Deutschland nicht der "Bremser" bei Gemeinschaftsprojekten sei, sagte sie am Mittwoch auf einer Sicherheitskonferenz in Berlin. Wenn man mit gleichgesinnten Partnern mit denselben Werte Waffensystem entwickele, "dann muss auch klar sein, dass Deutschland diese Sonderrolle nicht haben kann", fügte die SPD-Politikerin hinzu. "Dafür stehe ich ein." Hintergrund sind Debatten innerhalb der Ampel-Regierung über die künftigen Waffenexport-Richtlinien. Die Grünen befürworten einen sehr viel strikteren Kurs. Sie sei aber optimistisch, dass die Absage an einen deutschen Sonderweg angesichts der Zeitenwende auch in der nationalen Sicherheitsstrategie verankert werden könne, sagte Lambrecht.Seit Jahren beklagen EU-Partner wie Frankreich, dass Deutschland Exporte von gemeinsam entwickelten und gebauten Waffen in Drittstaaten verhindert. Deshalb gab es Warnungen der Partner, Rüstungsprojekte künftig ohne deutsche Beteiligung zu entwickeln. Auch Lambrecht warnte, dass man mit einer Sonderolle weniger Kooperationspartner finden werde. Dies brauche man aber, weil gemeinsame Entwicklungen und Beschaffungen immer wichtiger würden. Als Beispiel nannte sie einen von Deutschland vorgeschlagenen europäischen Luftabwehrschirm, an dem sich mittlerweile 15 Länder beteiligen wollten.Bundesregierung will weitere Gepard-Panzer liefern14.39 Uhr: Die Bundesregierung will der Ukraine weitere Flugabwehrkanonenpanzer vom Typ Gepard zur Verteidigung gegen russische Angriffe geben. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) habe in einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj deutlich gemacht, "dass wir noch mal eine Anzahl von Gepard-Panzern Richtung Ukraine auf die Reise schicken werden können", sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwoch in Berlin.Details zu Waffenlieferungen würden erst bekannt gemacht, wenn die Übergabe erfolgt ist. "Da die Bundeswehr keinerlei Geparden seit dem Jahr 2012 hat, sind sie nicht von der Bundeswehr", sagte Hebestreit. Damit bliebe nur eine Lieferung aus Beständen der Industrie oder aus Katar, wo WM-Stadien durch deutsche Flugabwehrkanonenpanzer Gepard gegen mögliche Terrorangriffe aus der Luft geschützt werden. Aus den Beständen des Herstellers KMW wurden bisher 30 der Panzer an die Ukraine geliefert.Russlands Verteidigungsminister: 300.000 Reservisten ausgebildet12.27 Uhr: Die russische Armee hat in gut zwei Monaten seit der verkündeten Teilmobilisierung etwa 300.000 Reservisten und Freiwillige militärisch ausgebildet. Dazu seien 3.000 Ausbilder eingesetzt, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch in Moskau. Das Training finde auf mehr als 100 Truppenübungsplätzen in Russland und Belarus statt, fügte er nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen hinzu.Wegen der hohen Verluste im Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte Präsident Wladimir Putin am 23. September eine Teilmobilmachung verkündet. Berichten zufolge werden aber viele Reservisten ohne Vorbereitung und mit mangelhafter Ausrüstung direkt an die Front geschickt. Dementsprechend gibt es viele Tote und Verletzte.Schoigu lobte bei einer Sitzung im Verteidigungsministerium den russischen Mehrfachraketenwerfer Tornado-C und die Panzerhaubitze 2S7M Malka. Er sagte, die weittragenden Waffen seien effektiv gegen die ausländischen Waffensysteme, mit denen die Ukraine ausgestattet werde. Internationale Experten haben bislang aber nur wenige Belege für Verluste bei großen westlichen Waffen in der Ukraine gefunden. Im Gegenteil haben die Himars-Mehrfachraketenwerfer aus den USA entscheidend zu den Vorstößen der Ukrainer im Herbst beigetragen.Russland macht Chefingenieur zu Leiter des AKW Saporischschja12.13 Uhr: Der Chefingenieur des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerkes Saporischschja wird dessen neuer Direktor. Jurij Tschernitschuk übernehme die Leitung, teilt der russische staatliche AKW-Betreiber Rosenergoatom mit. Das AKW im Südosten der Ukraine ist seit März von russischen Truppen besetzt, wird von ukrainischem Personal weiterbetrieben, produziert aber seit September keinen Strom.Der bisherige Direktor von Europas größtem Atomkraftwerk, Ihor Muraschow, wurde nach ukrainischen Angaben im Oktober von russischen Soldaten verschleppt. Er wurde später wieder freigelassen und befindet sich der IAEA zufolge bei seiner Familie in ukrainisch kontrolliertem Gebiet. Der ukrainische AKW-Betreiber Energoatom teilte im Mai mit, Tschernitschuk sei es von russischer Seite untersagt worden, die Stadt Enerhodar zu verlassen, in der das AKW liegt.EU strebt Sondergericht zur Ahndung russischer Verbrechen in der Ukraine an10.25 Uhr: Die EU will ein Sondergericht zur Ahndung von "Verbrechen Russlands" in der Ukraine einrichten. Der europäische Staatenbund werde mit dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) "zusammenarbeiten und dabei helfen, ein Sondergericht einzurichten, das über die Verbrechen Russlands urteilt", teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch im Onlinedienst Twitter mit. Gemeinsam mit Partnern werde die EU dafür sorgen, "dass Russland für die Zerstörung bezahlt, die es verursachte". Dabei könnten eingefrorene Guthaben russischer Oligarchen oder der russischen Zentralbank zum Zuge kommen.Der IStGH hatte kurz nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine Untersuchungen zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen eingeleitet. Der Strafgerichtshof erklärte allerdings auch, Wert darauf zu legen, dass die Ukraine Beschuldigte nach Möglichkeit selbst vor Gericht bringt. Der IStGH ist das höchste internationale Gericht und verfolgt seit 2002 besonders schwerwiegende Vergehen wie Kriegsverbrechen.Ukrainische Behörden haben in den vergangenen Monaten tausende Fälle mutmaßlicher russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine erfasst. Russland war im Februar in die Ukraine einmarschiert. Nach anfänglichen Gebietsgewinnen mussten sich die russischen Soldaten in den vergangenen Wochen aus immer mehr Regionen zurückziehen.Von der Leyen will eingefrorene russische Vermögen für Ukraine nutzen10.02 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will eingefrorene russische Vermögenswerte für die Unterstützung der Ukraine nutzen. Kurzfristig könne mit internationalen Partnern eine Struktur geschaffen werden, um durch Sanktionen blockierte Mittel zu verwalten und zu investieren, sagte von der Leyen am Mittwoch. Die Erlöse könnten dann für die Ukraine verwendet werden.Nach einer möglichen Aufhebung der Sanktionen sollen die Mittel laut von der Leyen für eine vollständige Entschädigung der Ukraine genutzt werden. "Der Schaden der Ukraine wird auf 600 Milliarden Euro geschätzt", sagte sie. "Russland und seine Oligarchen müssen die Ukraine für die Schäden entschädigen und die Kosten für den Wiederaufbau des Landes tragen."Nach Angaben von der Leyens wurde im Zuge der gegen Russland verhängten Sanktionen bereits 300 Milliarden Euro an Reserven der russischen Zentralbank blockiert und 19 Milliarden Euro an Geldern russischer Oligarchen eingefroren.Feuer in grenznahem russischen Öllager ausgebrochen9.40 Uhr: In einem Öllager in der russischen Region Briansk an der Grenze zur Ukraine ist am Mittwoch ein Feuer ausgebrochen. Der Brand betreffe ein Lager im Gebiet von Suraschski, gab Gouverneur Alexander Bogomas im Internet bekannt. Rettungskräfte und Feuerwehr seien vor Ort, das Feuer unter Kontrolle. Zur Ursache des Brandes machte er keine Angaben. Berichte über Opfer gebe es nicht.Nach Angaben des Gouverneurs war ein Gebiet von 1.800 Quadratmetern von dem Brand betroffen. Über 80 Menschen waren demnach an der Löschung des Feuers beteiligt. Später berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass, dass sich das Feuer inzwischen auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern ausgebreitet habe.Die Zeitung "Iswestija" berichtete, eine Drohne habe eine Bombe über den Tanks mit Diesel abgeworfen. Auch Stromausfälle im benachbarten Gebiet Kurks wurden mit Beschuss aus der Ukraine in Verbindung gebracht.London: Kreml will Widerstand in der Bevölkerung verhindern9.20 Uhr: Britische Geheimdienste werten die Verschärfung eines russischen Gesetzes zu "ausländischen Agenten" als Vorsichtsmaßnahme des Kremls mit Blick auf möglichen heimischen Widerstand gegen den Ukraine-Krieg. "Der Kreml handelt mutmaßlich präventiv, um größeren Widerstand in der Bevölkerung zu vermeiden, da der Krieg anhält und sich zunehmend auf das tägliche Leben der Russen auswirkt", hieß es am Mittwoch im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums.Russland hatte im Juni eine deutliche Verschärfung des ohnehin schon vielfach kritisierten Gesetzes zu "ausländischen Agenten" beschlossen, die Anfang Dezember in Kraft treten soll. Zu "ausländischen Agenten" können künftig alle Organisationen oder Einzelpersonen erklärt werden, die aus dem Ausland unterstützt werden oder unter irgendeiner Form von "ausländischem Einfluss" stehen.Bislang sah das Gesetz vor, dass etwa Nichtregierungsorganisationen nur dann zu "ausländischen Agenten" erklärt werden konnten, wenn sie sich mit Geldern aus dem Ausland finanzierten.Ukrainische Armee: Russische Angriffe im Donbass abgewehrt9.10 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben an sechs Orten im östlichen Donbass ein Vorrücken russischer Truppen abgewehrt. Das teilte der Generalstab in Kiew mit. Alle Abschnitte der Front in den Gebieten Luhansk und Donezk seien von russischer Artillerie unter Feuer genommen worden, hieß es. Die Militärangaben waren indes nicht unabhängig zu überprüfen. Aus dem Donbass werden seit langem heftige Kämpfe gemeldet, wobei sich der Frontverlauf in den vergangenen Wochen kaum verändert hat.Auf die Stadt Nikopol im Gebiet Dnipropetrowsk wurden nach Angaben der zivilen ukrainischen Verwaltung in der Nacht auf Mittwoch 30 russische Artilleriegeschosse abgefeuert. Nikopol liegt in der Südukraine am Fluss Dnipro, der dort die Frontlinie bildet.Die Nacht: Stromausfälle in russischer Region5.55 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert ein Sondertribunal gegen Russland. Aus russischem Staatsgebiet werden Raketenangriffe und Stromausfälle gemeldet. Im Süden der Ukraine scheint es russische Truppenbewegungen zu geben. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Ukraine-Nachrichten aus der Nacht.Moskau: Ukraine hat russisches Kraftwerk angegriffen1.22 Uhr: Russland beschuldigt die Ukraine, im russischen Oblast Kursk ein Kraftwerk angegriffen zu haben. "Insgesamt wurden etwa elf Raketen gezündet. Ein Kraftwerk wurde getroffen", schreibt der Gouverneur der Region auf Telegram. Deswegen gebe es teilweise Stromausfälle in den Bezirken Sudzha und Korenevo. Die Kreise liegen an der Nordostgrenze der Ukraine. Es gab keine unmittelbaren Informationen über mögliche Verletzte oder Opfer, fügt er hinzu.Die Berichte konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden. Die Ukraine bekennt sich derzeit nicht zu den Angriffen. Die russischen Behörden haben die Regierung in Kiew wiederholt beschuldigt, in den an die Ukraine angrenzenden Regionen Ziele wie Stromleitungen, Treibstoff- und Munitionslager anzugreifen.IWF-Chefin unterstützt Ukraine bei Mittelverwendung0.10 Uhr: Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, unterstreicht die Solidarität mit der Ukraine. "Wir haben ungefähr fünf Milliarden Dollar pro Monat für die Ukraine mobilisieren können, dieses Geld fließt, das muss auch weiterhin fließen", sagt sie im Gespräch mit den ARD-Tagesthemen. Georgieva zeigte sich beeindruckt von der Entschlossenheit der EU, den USA und weiteren Staaten, die Ukraine mit finanziellen Mitteln zu unterstützen.Auf die Frage nach der Notwendigkeit zu Reformen in der Ukraine, damit diese Mittel dort ankommen, wo sie benötigt werden, sagte die IWF-Chefin: "Wir haben vom ersten Tag des Krieges eng mit der Ukraine zusammengearbeitet, um den Behörden in der Ukraine unsere Unterstützung anzubieten. (…) Wir arbeiten mit der Ukraine eng zusammen, um Schutzmechanismen aufzubauen, die ganz klar diese Prioritäten definieren." Man habe der Ukraine gezeigt, wie man trotz des Krieges eine Wirtschaft am Laufen halten kann.Dienstag, 29. NovemberSelenskyj vermutet russische Aktion im Süden23.45 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet von einer schwierigen Situation an der Front. "Trotz extrem hoher Verluste versuchen die Besatzer immer noch, in der Donezk-Region vorzustoßen, in der Region Luhansk Fuß zu fassen, in die Charkiw-Region einzudringen", sagt er in seiner abendlichen Videoansprache. "Irgendwas planen sie im Süden." Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.Forderung nach Sondertribunal erneuert22.08 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Forderung nach einem Sondertribunal wegen des russischen Angriffskriegs gegen sein Land bekräftigt. Zwar arbeite die Ukraine bereits mit vielen Ländern und Organisationen wie dem Internationalen Strafgerichtshof zusammen, "damit jeder russische Mörder die verdiente Strafe erhält", sagte er am Dienstagabend in seiner täglichen Videoansprache. "Aber leider reichen die verfügbaren internationalen Rechtsinstrumente für Gerechtigkeit nicht aus."Russische Düngemittel nach Malawi verschifft21.30 Uhr: Nach Hindernissen wegen der Sanktionen gegen Moskau hat am Dienstag eine erste Ladung mit russischen Düngemitteln die Niederlande Richtung Malawi verlassen. An Bord des vom Welternährungsprogramm gecharterten Schiffes seien 20.000 Tonnen Düngemittel, sagte ein niederländischer Zollbeamter der Nachrichtenagentur AFP. Die Lieferung soll an der Ostküste Afrikas in Mosambik entladen und von dort nach Malawi transportiert werden.Klitschko bittet Deutschland um weitere Unterstützung für Ukraine17.53 Uhr: Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko hat Deutschland um weitere Hilfe bei der Abwehr des russischen Angriffs auf die Ukraine gebeten. "Das Verbrechen, das Kriegsverbrechen, was in der Ukraine stattfindet, muss ein Ende haben. Das Leiden muss ein Ende haben", sagte der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko am Dienstag in Berlin bei einem Treffen mit FDP-Politikern.Deutschland habe schon viel geleistet, aber er komme und bitte um weitere Unterstützung auch mit Blick auf den Winter. Klitschko: "Es kann nicht sein, dass in der Ukraine Krieg herrscht und man schaut weg und denkt, es wird nicht an meine Tür klopfen. Es wird." Er traf im Bundestag die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes-Strack-Zimmermann, sowie den FDP-Fraktionsvize und Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff.Russisches Militär berichtet von Angriffen im Gebiet Donezk17.47 Uhr: Das russische Militär greift nach eigenen Angaben an der Front im Gebiet Donezk weiter die ukrainischen Truppen an. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Lagebericht des russischen Verteidigungsministeriums in Moskau hervor. An dem Frontabschnitt im Gebiet Donezk wird seit Monaten um die von den Ukrainern verteidigten Städte Bachmut und Awdijiwka gekämpft. Das russische Militär zählte umliegende Orte wie Werchnokamjanske, Andrijiwka und Wodjane auf, die auch aus der Luft angegriffen worden seien.Die Moskauer Angaben decken sich in diesem Fall mit den Berichten des Kiewer Generalstabs, der massive russische Truppenkonzentrationen an diesen Abschnitten verzeichnet. Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) zog allerdings in Zweifel, dass Russland mit seiner Offensive bei Bachmut vorankommt.Ein Stück weiter nördlich bei den Städten Kupjansk und Lyman wehrten russische Truppen nach Moskauer Angaben ukrainische Angriffe ab. Das passt zu ukrainischen Angaben, dass dort die Russen in der Defensive seien.Litauen: Nato hat genügend Panzer für Ukraine13.13 Uhr: Die Nato hat nach litauischen Angaben genügend Panzer, die sie der Ukraine überlassen könnte. "Der Nato gehen die Panzer nicht aus", sagt der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis vor dem Treffen mit seinen Nato-Kolleginnen und Kollegen in Bukarest. "Wenn wir also den Bestand an Panzern ausweiten, die in die Ukraine geschickt werden, hat die Nato die Chance, die Versorgung aufrechtzuerhalten."Russland will Zwangsarbeiter in Rüstungsbetrieb13.12 Uhr: Die russische Strafvollzugsbehörde will im Ural 250 zu Zwangsarbeit verurteilte Häftlinge in einem Rüstungsbetrieb einsetzen. Die Zwangsarbeiter sollen bei dem Unternehmen Uralvagonzavod in der Stadt Nischni Tagil unter anderem als Maschinen- und Kranführer, Drechsler und Schweißer arbeiten. Das berichteten russische Medien am Dienstag unter Berufung auf die Behörde.Den Berichten zufolge ist die Arbeit mit einigen Privilegien verbunden. So sind die Häftlinge nicht in Zellen unterbracht, sondern einem Wohnheim, oder können sogar bei Angehörigen wohnen. Zudem wird neben den üblichen Steuern von ihrem Verdienst nur ein Satz von fünf bis 20 Prozent als Strafe vom Gehalt abgezogen.Uralvagonzavod ist einer der größten Rüstungskonzerne, bekannt für die Produktion von Kampfpanzern vom T-72 bis hin zum neuen T-14. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs wurde dort ein Dreischichtsystem eingeführt, um die Produktion zu steigern. Russland hat bei seinem Angriffskrieg deutlich höhere Verluste als erwartet.Buschmann: Russische Kriegsverbrecher kommen vor Gericht13 Uhr: Russische Kriegsverbrecher werden nach Einschätzungen von Bundesjustizminister Marco Buschmann vor Gericht gestellt werden. "Ich bin sicher, wir werden am Ende Verfahren gegen Kriegsverbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof auch gegen die höhere russische Führung sehen", sagt Buschmann bei dem G7-Justizministertreffen.Man werde Täter verhaften, wenn sie nach Europa kommen und ein Russland nach Präsident Wladimir Putin auffordern, sie auszuliefern und in Den Haag vor Gericht zu stellen. Auch wenn dies noch viele Jahre dauern könne. Zudem werde auch Deutschland gegen die Straftäter ermitteln, sagt Buschmann mit Blick auf das Weltrechtsprinzip.Stoltenberg: Nato wird Hilfe für Ukraine aufstocken11.45 Uhr: Die Nato-Mitglieder werden nach den Worten von Generalsekretär Jens Stoltenberg ihre Hilfe für die Ukraine aufstocken. "Wir haben Generatoren und Ersatzteile geliefert, und die Verbündeten helfen beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur", sagt Stoltenberg vor einem Treffen der Nato-Außenministerinnen und -minister in Bukarest. Dieses diene als Plattform, um die westliche Hilfe für den Wiederaufbau der durch russische Angriffe zerstörten Energie-Infrastruktur zu verstärken.Bekannter ukrainischer Kinderbuchautor getötet8.11 Uhr: Der bekannte ukrainische Kinderbuchautor Wolodymyr Wakulenko wurde im Zuge der russischen Eroberung der Stadt Isjum bei Kiew getötet. Mehrere Medien berichten übereinstimmend darüber, dass Wakulenkos Leichnam in einem Massengrab bei Isjum gefunden wurde. In den sozialen Medien zeigten sich insbesondere Eltern betroffen vom Tod des Autoren. Myroslava Petsa, Ukraine-Korrespondentin für die britische BBC, schrieb auf Twitter, viele Eltern in der Ukraine spürten ein Gefühl der Taubheit wegen Wakulenkos Tod. Russischer General will Banken in der Ukraine angreifen6.33 Uhr: Andrej Guruljow, russischer General a. D. und Mitglied der Duma in Moskau, hat gefordert, Banken in der Ukraine anzugreifen. Guruljow ist als Hardliner bekannt – und bestätigte diesen Eindruck am vergangenen Wochenende im russischen Staatsfernsehen. Als er nach den nächsten Zielen in der Ukraine gefragt wurde, nannte er die Finanzinfrastruktur des Nachbarlandes. "Das Militär sagt, es sei wichtig, die Brücken in der Ukraine zu zerstören. Sie scheinen aber nicht zu verstehen, dass es zehn Raketen braucht, bis eine Brücke zerstört ist", polterte er. "Deshalb müssen wir uns auf die Infrastruktur konzentrieren. Bomben wir ihre Finanzinfrastruktur weg – und alles im Land wird stillstehen. Sie [die Menschen in der Ukraine, Anm. d. Red.] können kein Geld mehr verschicken, Bankkarten werden nicht mehr funktionieren, keine Gehälter mehr gezahlt werden", wetterte der ehemalige General.Die Nacht: Kiew fordert, dass Moskau für Kriegsfolgen büßt6 Uhr: Die Ukraine will Russland für dessen Angriffskrieg und die verursachten Zerstörungen mithilfe der internationalen Gemeinschaft zur Verantwortung ziehen lassen. In seinen Gesprächen mit ausländischen Politikern und beim Austausch ukrainischer Behörden mit westlichen Institutionen werde stets darüber gesprochen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montagabend in seiner täglichen Videoansprache. "Das Hauptthema all dieser Ereignisse ist die Verantwortung Russlands für Krieg und Terror." Hier lesen Sie einen Überblick über die Geschehnisse in der Nacht.USA kündigen Raketenverkauf an Finnland an1.30 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium hat den geplanten Verkauf von Raketen im Wert von 323 Millionen Dollar, umgerechnet rund 319 Millionen Euro, an den Nato-Beitrittsbewerber Finnland angekündigt. Dies werde die finnischen "Luft-Luft- und Luft-Boden-Waffenfähigkeiten verbessern und sich positiv auf die US-Beziehungen zu den Ländern der nordischen Region auswirken", erklärte das Pentagon am Montag. Es sei eine Verkaufsgenehmigung für taktische Raketen der Typen AIM 9X und AGM-154 an Finnland erteilt worden.Der Verkauf werde "die Außenpolitik und die nationale Sicherheit der USA unterstützen, indem er die Sicherheit eines vertrauenswürdigen Partners" verbessere, der eine "wichtige Kraft für politische Stabilität und wirtschaftlichen Fortschritt in Europa" sei, hieß es weiter.Das US-Außenministerium hat dem möglichen Verkauf bereits zugestimmt, die Defense Security Cooperation Agency (DSCA) übermittelte am Mittwoch die erforderliche Mitteilung an den US-Kongress. Dieser muss dem Geschäft noch zustimmen.Stromausfälle gefährden Sicherheit in Gefängnissen1 Uhr: Angesichts von Stromausfällen infolge russischer Raketenangriffe auf Kraftwerke und Stromleitungen warnt der ukrainische Justizminister, Denys Maljuska, vor einer Notsituation in ukrainischen Haftanstalten. "Eine unserer größten Sorgen ist die Situation in den Gefängnissen. Wir brauchen die Versorgung mit Strom und Wasser in den Gefängnissen", sagt Maljuska den Zeitungen der Funke Mediengruppe.Ein Belastungstest habe gezeigt, dass die dortige Sicherheit und Versorgung höchstens eine Woche ohne Strom aufrechterhalten werden könne. "Nach einer Woche sind Versorgung, Heizung und auch Sicherheit stark gefährdet, da im Gefängnis auch Strom für Überwachungskameras und andere Sicherheitsausstattung benötigt wird."Selenskyj: Beschuss von 30 Orten in Region Cherson00.47 Uhr: Russland hat nach Darstellung der Ukraine in der vergangenen Woche die südliche Region Cherson 258 Mal unter Beschuss genommen. Dabei seien 30 Siedlungen angegriffen worden, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Seinen Angaben zufolge hat Russland zudem eine Pumpstation beschädigt, die die Stadt Mykolaiv nordwestlich von Cherson mit Wasser versorgt. Die Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.Insider: US-Hilfen für ukrainische Energieversorgung00.37 Uhr: Die USA wollen einem Insider zufolge die Ukraine angesichts der russischen Angriffe auf das ukrainische Energienetz bei der Wiederherstellung der Stromversorgung unterstützen. US-Außenminister Antony Blinken werde am Dienstag bei einem Treffen einer neuen Energiekoordinierungsgruppe, der die G7 und andere Nationen angehören, die Hilfen vorstellen, sagt ein US-Regierungsmitarbeiter unter der Bedingung der Anonymität der Nachrichtenagentur Reuters.Die Regierung in Washington habe mit US-Versorgungsunternehmen und Hardware-Anbietern sowie mit europäischen Ländern zusammengearbeitet, um Ausrüstung zur Reparatur der beschädigten Hochspannungsstationen "in den nächsten Wochen so schnell wie möglich in die Ukraine zu bringen".Dienstag, 29. NovemberDiplomaten: EU einigt sich nicht auf Preisdeckel für russisches Öl20.45 Uhr: Vertreter der EU-Regierungen haben sich Diplomaten zufolge am Montag nicht auf einen Preisdeckel für russisches Öl einigen können, das über den Seeweg transportiert wird. Es gebe keine Verständigung, da Polen darauf bestanden habe, die Preisgrenze niedriger anzusetzen.Einige Staaten wie Polen wollen einen deutlich niedrigeren Deckel als die 65 bis 70 Dollar je Barrel, die von den G7-Staaten vorgeschlagen worden sind. Dagegen wollen etwa Griechenland und Zypern einen höheren Preis oder Entschädigungen für zu erwartende Kosten.Nato-Chef: Putin will Winter als Waffe einsetzen20.03 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg rechnet mit neuen Gesprächen über die Lieferung zusätzlicher Flugabwehrsysteme an die Ukraine. Er erwarte, dass von dem Treffen der Außenminister in Bukarest die Botschaft ausgehe, dass man bei der Bereitstellung von Luftverteidigungssystemen noch mehr tun müsse, sagte der Norweger am Montag am Rande eines Termins mit dem rumänischen Präsidenten Klaus Iohannis. Dies gelte auch für die Lieferung von Ersatzteilen und Munition sowie für die Ausbildung von Soldaten.Russlands Präsident Wladimir Putin versuche, den Winter als Kriegswaffe gegen die Ukraine einzusetzen, sagte Stoltenberg in Anspielung auf die jüngsten russischen Raketen- und Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur. "Wir müssen der Ukraine helfen, sich gegen diese schreckliche Art der Kriegsführung zu verteidigen."Bereits am Freitag hatte Stoltenberg deutlich gemacht, dass für ihn eine Lieferung deutscher Patriot-Flugabwehrsysteme in die Ukraine ebenfalls denkbar wäre. Wenn es Spezialisten brauche, um diese Systeme zu bedienen, könnten Ukrainer dafür in einem Nato-Staat ausgebildet werden. Die Entscheidung, ob der Ukraine ein System geliefert werde, sei eine nationale Entscheidung, betonte Stoltenberg auf die Frage, ob eine Abgabe von Patriots ein "No-Go" sei.Deutschland hatte zuvor Polen Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot zur Sicherung des polnischen Luftraums angeboten. Warschau regte dann aber eine Verlegung direkt in die Ukraine an.Armeesprecher: Dutzende Angriffe im Donbass18.48 Uhr: Auch bei Kälte, Schnee und Regen dauern die schweren Kämpfe im Donbass im Osten der Ukraine an. Dabei wehrten die ukrainischen Streitkräfte täglich Dutzende von Angriffsversuchen russischer Soldaten ab, sagte Serhij Tscherewatyj, Sprecher der Ostgruppe der ukrainischen Armee, am Montag. Im Mittelpunkt der schwersten Kämpfe seien die Gebiete um Bachmut und Awdijiwka. Die russischen Streitkräfte setzten neben Rohrartillerie auch Raketenwerfer, Minenwerfer und Panzer ein, mit Unterstützung ihrer Kampfflugzeuge.Im Schnitt führe die russische Armee dort rund 200 Artillerieschläge täglich aus. "Aber trotz dieser Bemühungen schafft es der Feind schon seit Monaten nicht, unsere Verteidigung zu durchbrechen", sagte Tscherewatyj.Selenska: Russisches Militär setzt offen auf sexuelle Gewalt im Krieg18.35 Uhr: Die ukrainische Präsidentengattin Olena Selenska hat eine "globale Antwort" auf den Einsatz sexueller Gewalt als Kriegswaffe gefordert. "Jeder weiß von der großen Zahl an Vergewaltigungen" durch russische Soldaten im Ukraine-Krieg, sagte sie auf einer internationalen Konferenz zu sexueller Gewalt in Konflikten am Montag in London. Die russischen Soldaten gingen laut Selenska "sehr offen damit um".Sexuelle Gewalt und Sexualverbrechen zählten inzwischen zum "Arsenal" der russischen Truppen, um "die Ukrainer zu demütigen", fügte Selenska hinzu. Die ukrainische Staatsanwaltschaft untersuche mehr als hundert solcher mutmaßlichen Verbrechen, die tatsächliche Zahl liege deutlich höher. Die Betroffenen scheuten sich jedoch oftmals davor, die Taten öffentlich zu machen, so die Präsidentengattin. Sie hätten Angst vor einer Stigmatisierung oder einer Rückkehr der Täter."Deshalb ist es äußerst wichtig, dies als Kriegsverbrechen anzuerkennen und alle Täter zur Rechenschaft zu ziehen", sagte sie. "Es muss eine globale Antwort darauf geben. Leider wird es immer wieder zu solchen Kriegsverbrechen kommen, solange die Soldaten glauben, dass sie straffrei ausgehen können." An der Konferenz "Initiative zur Verhinderung sexueller Gewalt in Konflikten" nahmen Vertreter aus rund 70 Ländern teil.Außenminister baltischer und nordischer Staaten reisen nach Kiew15.23 Uhr: Die Außenminister der baltischen sowie mehrerer nordischer Länder sind am Montag gemeinsam nach Kiew gereist. Er habe die Vertreter der drei Ex-Sowjetstaaten Lettland, Estland und Litauen sowie Finnlands, Norwegens, Schwedens und Islands empfangen, erklärte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal. Bei dem Treffen hätten die Regierungsvertreter über "die Verschärfung der Sanktionen, den Wiederaufbau der Energie-Infrastruktur und finanzielle Unterstützung" gesprochen.Im Anschluss dürften die Politiker nach Bukarest weiterreisen. Dort findet am Dienstag das Treffen der Nato-Außenminister statt. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu will sich am Rande der Nato-Veranstaltung mit seinen Kollegen aus Schweden und Finnland treffen, um über den Beitritt ihrer Länder zu dem Militärbündnis zu sprechen. "Der Prozess entwickelt sich positiv, aber es müssen noch einige Schritte unternommen werden", sagte Çavuşoğlu am Montag dem Sender NTV. Dies gelte insbesondere für Schweden.Schweden und Finnland hatten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine mit ihrer jahrzehntelangen Tradition der militärischen Bündnisneutralität gebrochen und im Mai einen Antrag auf Nato-Mitgliedschaft gestellt. Jedes der 30 Nato-Mitgliedsländer muss den Beitritt ratifizieren. Nur die Zustimmung von Ungarn und der Türkei steht noch aus.Anhaltende Blackouts in Kiew nach russischen Raketenangriffen15.24 Uhr: Fünf Tage nach massiven russischen Raketenangriffen hat die ukrainische Hauptstadt Kiew weiter mit unangekündigten Notabschaltungen bei der Stromversorgung zu kämpfen. 55 Prozent der Haushalte seien davon betroffen, teilte die Militärverwaltung der Dreimillionenstadt am Montag über Telegram mit. Die Notabschaltungen sollten dabei nicht länger als fünf Stunden dauern. Vorher hatte der örtliche Versorger angekündigt, jedem Kunden zumindest vier Stunden Strom täglich zu ermöglichen. Die Reparaturen der Schäden dauern an.Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, die Probleme mit der Stromversorgung würden noch bis zum Frühling anhalten. In Kiew gibt es seit dem Beginn der massiven russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur Mitte Oktober in vielen Stadtteilen nur noch stundenweise Strom.So können Sie für die Ukraine spendenAngesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier finden Sie eine Auswahl an Hilfsorganisationen.Ältere Nachrichten zum Ukraine-Krieg finden Sie hier.
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