Tour de France: "Das feier ich jetzt nicht so": Radprofi Kämna lässt ARD-Reporter im Interview auflaufen

vor 2 Monate 23

Lennard Kämna verpasste bei der Tour de France nur hauchdünn das Gelbe Trikot. Im Ziel musste er sich den Fragen von ARD-Reporter Michael Antwerpes stellen – und reagierte unwirsch.

Lennard Kämna zeigte auf der zehnten Etappe der Tour de France eine starke Leistung. Lange hielt der Radprofi vom Team Bora-hansgrohe mit einer Verfolgergruppe Anschluss an den Ausreißer Luis Leon Sanchez. Sogar das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtklassement war für den 25-Jährigen zum Greifen nah. Im Ziel angekommen musste er abwarten, mit welchem Rückstand der bisherige Gelb-Träger Tagej Pogacar ins Ziel kommen würde.

Während er noch zwischen Hoffen und Bangen hing, wurde Kämna schon von ARD-Reporter Michael Antwerpes interviewt – und der Journalist versucht geradezu, den Fahrer ins Gelbe Trikot zu reden. "Es sieht so aus, als könnte es heute gut ausgehen", schwärmte Antwerpes und spekulierte darauf, dass Kämna die nächste Etappe im gelben Leibchen bestreiten könnte. Der Radprofi war davon allerdings wenig begeistert, reagierte zunächst einsilbig und wies den Reporter schließlich brüsk zurück: "Das feier ich jetzt nicht so."STERN PAID 27_22 Interview Jan Ullrich_0630

Tour de France: Lennard Kämna verpasst die Führung knapp

"Machen Sie mir jetzt keine Hoffnungen für etwas, was am Ende doch nicht so kommt", so Kämna. Antwerpes versuchte die Situation zu retten: "Er bleibt bescheiden, das ehrt ihn auch. Natürlich muss man erst feiern, wenn es soweit ist." Letztendlich sollte Kämna mit seiner Skepsis Recht behalten. Vorjahressieger Pogacar zog das Tempo noch einmal an, kam mit 8:32 Minuten Rückstand auf den Deutschen ins Ziel.Jan Ullrich und gefallene Sportstars_16.15

So fehlten Lennard Kämna in der Gesamtwertung elf Sekunden auf Platz eins, der Traum von Gelb war geplatzt. Ein kleiner, spontaner Fluch schlich dem Fahrer über die Lippen, er gab sich aber wenig später schon wieder kämpferisch: "Ich gebe nicht auf. Ich werde nun sicher etwas kämpfen müssen, denn der Tag hat sehr viel Energie gekostet. Ich werde versuchen, so lange wie möglich dran zu bleiben."

Die nächsten Chancen auf eine Attacke bei der Frankreichrundfahrt bieten sich Kämna auf den folgenden Etappen über den Col du Galibier am Mittwoch und beim legendären Anstieg nach Alpe d'Huez am Donnerstag.

Quellen:  ARD / DPA

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