Neu auf Prime Video: "Damaged Goods" mit Sophie Passmann: Vaginismus, Selbstverwirklichung und ein unerhörter Podcast

vor 2 Monate 31

"Damaged Goods" ist neu auf Prime Video. Es geht um einen Freundeskreis Ende 20, der Antworten auf Fragen des Lebens sucht. Doch dann finden sie heraus, dass ihr Privatleben und ihre Geheimnisse in einem Podcast ausgeplaudert werden. Von einem Mitglied der Clique. 

"Damaged Goods" (Deutsch: Beschädigte Ware) ist eine neue Serie auf Prime Video. Und tatsächlich wird darin so einiges beschädigt, vor allem die Privatsphäre von Nolas besten Freunden. Nola (Sophie Passmann) ist Ende 20, ihre vier besten Freunde hat sie mit 15 bei einer gemeinsamen Therapiesitzung kennengelernt. Seitdem sind die fünf zu einer Clique zusammengewachsen, die über alles spricht: Liebe, Sex, Selbstverwirklichung und so weiter – die typischen Millennial-Themen und -Probleme eben.

STERN PAID Sophie Passmann 8.50

"Damaged Goods": Millennial-Probleme auf Prime Video

Nach ihrem gescheiterten Psychologie-Studium benutzt Nola ihre Freunde als Karrieresprungbrett. Ohne deren Wissen. Sie wird bekannt als "Die Küchenpsychologin" und verrät in ihrem neuen Podcast die intimsten Geheimnisse ihrer besten Freunde. Augenscheinlich nur, um damit ihrem Podcast zu mehr Reichweite zu verhelfen.

Als ihre Freunde herausfinden, dass ihr Privatleben in dem Podcast ausgeplaudert werden, sind sie sauer – zurecht natürlich. Denn sie haben alle ihre Geheimnisse und leben in ihrer Münchner Wohlstands-Bubble. Die sich daraus ergebenden Probleme sind eben die, die Leute haben, denen es an nichts Grundlegendem fehlt. 

Mads (Tim Oliver Schultz) etwa hat Bindungsprobleme, Hugo (Antonije Stankovic) ist ein sensibler, schwuler Steward, der das Mobbing aus seiner Teenagerzeit nicht ganz verarbeiten konnte. Tia (Zeynep Bozbay) ist eine erfolglose Künstlerin, die gern über ihren Vaginismus (bedeutet die unwillkürliche Verkrampfung der Beckenbodenmuskulatur, die die Vagina umgibt) spricht. Henriette (Leonie Brill) ist wohl die Erwachsene: Sie macht Karriere im Job und steht vor den K-Fragen: Kündigen? Kinder?  

Die Themen sind eine Collage aus verschiedenen Bereichen, sie rauschen vorbei, gehen aber leider nicht in die Tiefe; immerhin wurde divers gedacht.

Ein bisschen "GZSZ", ein bisschen "Gossip Girl"

Nola hingegen schaut am liebsten Farbmischmaschinen im Baumarkt zu und gibt Pärchen, die gerade zusammenziehen wollen, Beziehungstipps. Meistens lauten die: "Trennt euch".

Die Serie wirkt etwas wie eine Mischung aus "GZSZ" und "Gossip Girl", schließlich gibt es auch da ein geheimnisvolles Mitglied der Clique, das alle intimen Details ausplaudert. Doch dafür fehlen nicht nur stylische Outfits der Darsteller. Es ist eine Serie für nebenbei, die den einen oder anderen guten Gag dabei hat. Wer Sophie Passmanns Twitter-Beiträge lustig findet, dürfte auch mit dieser Serie gut beraten sein.   

Ich bin Millennial. Heute wünsche ich mir, man hätte mich zum Sozialsein gezwungen 15.42

Aber die Episoden sind auch eine Kritik an den Millennials. Einer Generation, die viel Zeit in sozialen Medien verbringt, und von der viele ihren Alltag dort dokumentieren. Manchmal eben auch ohne Rücksicht auf die Privatsphäre anderer. Würde ich meine Freunde preisgeben, um selbst erfolgreich zu werden? Das ist vielleicht die Frage, die nachhallt aus den acht Folgen der Serie. 

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