Film: Regisseur Jafar Panahi im Iran festgenommen

vor 4 Wochen 16

Mitglieder der Filmindustrie stehen nach Protesten gegen das iranische Regime im Fadenkreuz der Justiz. Jetzt hat es auch den «Berlinale»-Gewinner Jafar Panahi getroffen.

Im Iran ist Medienberichten zufolge mit Jafar Panahi ein weiterer kritischer Filmregisseur festgenommen worden. Der 62-Jährige sei in Gewahrsam genommen worden, berichtete das Nachrichtenportal «Etemad» am Montag.

Die genauen Umstände der Festnahme waren zunächst unklar, eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Der mehrfach ausgezeichnete Filmemacher hatte in der Vergangenheit trotz Arbeitsverbot im Iran und Ausreisesperre mehrere Filme gedreht. Sein Film «Taxi Teheran» wurde 2015 bei den Filmfestspielen in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Bereits am Wochenende wurden im Iran mit dem Berlinale-Gewinner Mohammed Rassulof und Mostafa Al-Ahmad zwei prominente Regisseure festgenommen. Sie sollen mit einem Aufruf gegen Gewalt die öffentliche Ordnung gefährdet und dabei auch mit Regimegegnern zusammengearbeitet haben, erklärte die iranische Justizbehörde. Die Veranstalter der Berlinale hatten gegen die Verhaftung protestiert.

Hintergrund des Appells ist der Einsturz einer Einkaufspassage in der südwestiranischen Stadt Abadan mit mehr als 40 Todesopfern im Mai. Proteste wurden daraufhin von Polizei und Sicherheitskräften gewaltsam unterdrückt. Mehr als 70 Menschen aus der iranischen Filmindustrie forderten mit dem Hashtag «Put your gun down» (Legt eure Waffe nieder) ein Ende der Polizeigewalt. Initiatoren sollen Rassulof und Al-Ahmad gewesen sein.

Panahi hatte sich nach eigenen Angaben mit mehreren Hundert Filmschaffenden im Internet nach der Festnahme am Wochenende mit Rassulof und Al-Ahmad solidarisiert.

Das Filmfestival Cannes forderte eine sofortige Freilassung der drei Regisseure. In einer Mitteilung hieß es, man verurteile die Festnahme sowie die Welle der Repression gegen Künstler im Iran scharf.

Ganze Artikel lesen